von Cecile Biccari | illustriert von Naïade Lacolomb | übersetzt von Silv Bannenberg
Für wen?
Für Kinder und Jugendliche etwa von 7 bis 14 Jahren.
Das Buch eignet sich besonders für Kinder, die schon erste eigene Erfahrungen mit Taschengeld, Kaufen und Sparen machen. Es geht aber deutlich über diese klassischen Finanzthemen hinaus und nimmt auch Konsum, Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung in den Blick.
Worum geht es?
Nora findet einen Schatz.
Doch statt mit dem Happy End aufzuhören, beginnt die eigentliche Geschichte erst: Was könnte sie mit dem Geld machen? Es ausgeben? Sparen? Investieren? Oder spenden?
Auf einen einleitenden Comic folgen kurze Sachkapitel rund um Geld. Behandelt werden unter anderem:
- warum wir überhaupt Geld brauchen
- wie Geld verdient wird
- was Unternehmen sind
- warum Kaufen sich gut anfühlen kann
- Sparen
- Spenden
- Investieren
- die Geschichte des Geldes
- die Frage, wie Geld unsere Gesellschaft prägt
Das Buch verbindet damit persönliche Finanzentscheidungen mit der größeren Frage: Was bewirken wir eigentlich mit unserem Geld?


Was mir gut gefällt
Besonders gefällt mir, dass das Buch Finanzbildung nicht auf Sparen und Investieren reduziert.
Es zeigt Kindern, dass Geld immer auch mit Entscheidungen verbunden ist und dass diese Entscheidungen Auswirkungen haben können: auf andere Menschen, auf die Umwelt und auf die Gesellschaft.
Themen wie Kinderarbeit, Nachhaltigkeit oder die Frage, ob Geld glücklich macht, werden kindgerecht aufgegriffen.
Sehr gelungen finde ich auch den Blick auf die Psychologie des Konsums.
Das Buch erklärt, warum Kaufen sich gut anfühlen kann und welche Rolle dabei unser Belohnungssystem spielt. Eine einfache Checkliste hilft Kindern dabei, eigene Kaufwünsche bewusster zu hinterfragen.
Genau solche Aspekte fehlen mir in vielen Materialien zur Finanzbildung.
Kinder begegnen Werbung, Marken, sozialen Vergleichen und Kaufanreizen lange bevor sie sich mit Geldanlage beschäftigen. Zu verstehen, warum man etwas unbedingt haben möchte, ist deshalb für mich ein zentraler Bestandteil von Finanzbildung.
Was ich kritisch sehe
Mit dem Aufbau bin ich nicht ganz warm geworden.
Das Buch startet als Comic und wechselt anschließend in einen eher klassischen Sachbuchstil. Für mich wirkt dieser Übergang etwas unvermittelt.
Auch manche Botschaften werden sehr deutlich und mehrfach wiederholt. Für jüngere Leser*innen kann genau das hilfreich sein. Mir war der Ton stellenweise etwas zu belehrend.
Das ist allerdings eher eine Frage der Vermittlung als des Inhalts. Inhaltlich finde ich die Themenauswahl ungewöhnlich breit und gerade den Schwerpunkt auf Konsum und Verantwortung sehr wertvoll.
Kompetenz-Check
🟡 Selbstwirksamkeit
Das Buch zeigt Kindern verschiedene Möglichkeiten, mit Geld umzugehen und eigene Entscheidungen zu treffen. Der Schwerpunkt liegt allerdings stärker auf Reflexion und Bewusstsein als auf konkretem Ausprobieren.
⚪ Finanzmanagement
Sparen und Investieren werden zwar erklärt, stehen aber nicht im Mittelpunkt. Budgetplanung, Kontoführung oder andere praktische Aspekte des alltäglichen Finanzmanagements spielen kaum eine Rolle.
🟢 Konsumkompetenz
Eine der größten Stärken des Buches. Kaufentscheidungen, Wünsche, Werbung, das Belohnungssystem und bewusster Konsum werden altersgerecht thematisiert.
🟢 Wirtschaft verstehen
Das Buch erklärt unter anderem, warum Geld entstanden ist, wie Unternehmen funktionieren und welche Rolle Geld in unserer Gesellschaft spielt. Dadurch geht es deutlich über die persönliche Ebene hinaus.
🟢 Werte & Verantwortung
Nachhaltigkeit, Kinderarbeit, Spenden, gesellschaftliche Verantwortung und die Auswirkungen unseres Konsums ziehen sich durch das gesamte Buch.
Gesprächspotenzial
Sehr hoch.
Das Buch wirft Fragen auf, zu denen es selten eine einzige richtige Antwort gibt:
Macht Geld glücklich?
Sollte man sein Taschengeld lieber sparen oder ausgeben?
Was passiert, wenn ein Produkt besonders billig ist?
Welche Auswirkungen hat unser Konsum auf andere Menschen?
Wofür würden wir Geld spenden?
Und können wir mit unserem Geld tatsächlich etwas verändern?
Genau dadurch eignet sich das Buch sehr gut zum gemeinsamen Lesen und Diskutieren – zu Hause genauso wie in Schule oder Bildungsarbeit.
Mein Fazit
Eine klare Empfehlung für alle, die Finanzbildung weiter denken möchten als Sparen, Taschengeld und Investieren.
„Dein Geld und die Welt“ verbindet Finanzwissen mit Konsumkompetenz, Nachhaltigkeit und gesellschaftlichen Fragen – und zeigt Kindern, dass Geldentscheidungen nie völlig losgelöst von der Welt um sie herum stattfinden.
Nicht jeder Aspekt der Vermittlung hat mich überzeugt. Inhaltlich setzt das Buch aber genau dort an, wo Finanzbildung für Kinder besonders spannend wird: bei ihren eigenen Wünschen, Entscheidungen und Wertvorstellungen.











